…und Mittags im Hotel

Das erste Training der Skispringer am Vormittag in Oberwiesenthal war von Tests geprägt. Neue Ski, neue Bindungen. Trotz allem probieren stand auch der Technische Ablauf des Sprungs unter Beobachtung. Mit mehreren Kameras war das Institut für angewandte Trainingswissenschaften mit vor Ort und analysierte die Sprünge. Die schon seit DDR Zeiten existierende Kraft Messplattform, welche im Schanzentisch eingebaut ist, lieferte dazu noch Daten wie gut der Absprung eines jeden Skispringers ist.
Nach aller Analyse und allen Tests ging es dann in das Jens Weißflog Appartementhotel zum Mittag. Pasta a la Roberto in Butter mit Cherrytomaten gedünstet und einer Hähnchenbrust in einer Parmesan-Eihülle (benannt nach dem erfolgreichsten italienischem Skispringer Roberto Cecon) sowie einem kleinen Salat ließen dann auch jeden wieder zu Kräften kommen. Die anschließende Videoanalyse wurde glatt zur verlängerten Mittagspause, da einsetzender starker Regen die nächste Trainingseinheit verzögerte. Das Nachmittagstraining wurde aber dann doch noch durchgeführt.
Simon Ammann Olympiasieger
Vier Jahre nach Turin ist Michael Uhrmann wieder an einer olympischen Medaille vorbeigesprungen.Simon Ammann gelang hingegen eine Punktlandung mit dem dritten Gold seiner Karriere.
Der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City 2002 gewann auf der Normalschanze im Whistler Olympic Park überlegen. Adam Malysz und Gregor Schlierenzauermachten mit Platz zwei und drei das Podium perfekt. Uhrmann fiel im zweiten Durchgan von Platz zwei auf Rang fünf zurück. Die Zweite Hoffnung auf eine voredere Platzierung, Martin Schmitt sprang auf Paltz zehn und sollte damit nach einer schwierigen Vorbereitung auf Olympia zufrieden sein.
Simon Ammann spang im Auslauf auf und nieder und konnte sein Glück kaum fassen. «Ich kann die Situation gar nicht beschreiben», meinte der 28-Jährige und schlug lachend die Hände vors Gesicht. «Das ist irre!»
«Vor vier Jahren war’s schlimmer», meinte Uhrmann, der in Turin Olympia-Bronze nur um die Winzigkeit von 0,5 Punkten verpasst hatte. «Ich hatte die Ausgangsposition für eine Medaille und bin sehr stolz darauf, dass ich mir diese in den zwei, drei vergangenen Jahren erarbeitet habe.» Gerade der Familienvater hatte sich für seine dritten Spiele so viel vorgenommen und will dieses Mal unbedingt «mit Edelmetall um den Hals nach Hause kommen». 2007 erlebte er den Tiefpunkt seiner Karriere, als er im ersten WM-Training schwer stürzte und wegen eines komplizierten Mittelfußbruches lange ausfiel. Nun muss er auf Edelmetall auf der Großschanze und im Teamwettbwerb hoffen.
Uhrmann, wie Schmitt Team-Olympiasieger von 2002, lag nach dem ersten Durchgang mit 103,5 Metern noch auf Rang zwei, kam aber dann nur auf 102 Meter. Der 32 Jahre alte Schmitt aus Furtwangen (99,5+103,5) wurde Zehnter, der Berchtesgadener Michael Neumayer (101+99,5) kam auf Rang 16. «Ich bin schon zufrieden, der erste Sprung war nicht ganz optimal. Mit dem Ergebnis kann ich auf jeden Fall leben», meinte Schmitt. Der Vize-Weltmeister war seiner vierwöchigen Wettkampfpause wegen eines Erschöpfungssyndroms aber rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt wieder in Form gekommen.
Bitter endete der Wettbewerb für Youngster Pascal Bodmer: Der 19-jährige Debütant aus Meßstetten ging vor dem ersten Sprung der Reißverschluss kaputt. Nach einigen hektischen Minuten musste er nachspringen, schied aber mit 95,5 Metern aus. Bodmer war nach seinem Missgeschick tief enttäuscht: Der Siebte der Vierschanzentournee durfte mit offenem Anzug laut Reglement nicht springen. So eilte Christian Winkler, Assistenzcoach von Bundestrainer Werner Schuster, nach oben und reparierte den Verschluss mit einem Stück Draht. «Man stellt sich sein olympisches Debüt natürlich anders vor», meinte Bodmer. «Ich mach’ 500 Sprünge im Jahr und nie passiert so was.»
Sommer Grand Prix in der Vogtlandarena

Alle Skispringer am Start, nur die Deutsche Spitze fehlt. Nun ja Michael Uhrmann ausgenommen.
FIS – Summer Grand Prix 2009
Skisprung / Ski Jumping
3.Oktober 2009 in Klingenthal/Vogtland
Freitag, 02.10.2009 Offizielles Training / Qualifikation
14.00 Uhr Mannschaftsführersitzung
17.00 Uhr Offizielles Training (zwei Sprünge)
19.00 Uhr Qualifikation
20.45 Uhr Empfang des Landrates im VIP Zelt
21.15 Uhr Startnummernausgabe im Rahmen der mdr1 Radio Sachsen Grand
Prix Party im Festzelt an der Vogtland Arena
Samstag, 03.10.2009 Sprunglauf
13.30 Uhr Probedurchgang
15.00 Uhr Sprunglauf 1. Wertungsdurchgang
16.05 Uhr Sprunglauf Finaldurchgang
anschließend Siegerehrung (Platz 1 bis 3)
anschließend mdr1 Radio Sachsen Grand Prix Party im Festzelt
Der Veranstalter behält sich das Recht auf Änderung des Zeitplanes vor